Migräne ... oder: woran wir uns den Kopf zerbrechen

Migräne ist ein meist einseitig auftretender Kopfschmerz, der anfallsartig auftritt. Die Intensität dieser Kopfschmerzen kann unterschiedlich sein, allerdings wird oft ein starkes Schmerzempfinden beschrieben. Migräne tut aber nicht nur weh. Verbunden ist sie häufig mit Übelkeit, teilweise mit Erbrechen, Schwindel, Lichtempfindlichkeit, Seh- und Wahrnehmungsstörungen. Eine Migräne kann sich durch eine Migräneaura ankündigen, welche sich durch eine verstärkte Licht- und Geräuschempfindlichkeit, Sehstörungen wie z. B. Lichtblitze, Verschwommensehen und manchmal auch durch Hungergefühl sowie Magen- und Darmbeschwerden bemerkbar machen kann. Die Dauer eines Migräneanfalls variiert zwischen ein paar Stunden bis hin zu Tagen, hier mit wechselnder Intensität. Auslöser (auch Trigger genannt) für einen solchen Anfall können ein unregelmäßiger Tagesablauf, niedriger Blutdruck, Hormonschwankungen, starke körperliche Beanspruchung, Stress, Konflikte, Krisen oder Ärger sein.

Viele Betroffene erleben regelmäßig starke Migräneanfälle, welche ihr tägliches Leben beeinträchtigen. Häufig ist es ihnen während der Migräne nicht möglich, aktiv ihren Alltag zu gestalten und ihrer Arbeit nachzugehen. Auch wenn schon Strategien zur Bewältigung aus persönlicher Erfahrung entwickelt wurden (Aufenthalt in einem dunklen, ruhigen Raum, kühle Kompressen), so kann dies oft nicht dazu beitragen, den Leidensdruck zu mindern. Denn die starken Schmerzen und die Begleiterscheinungen zehren mental und physisch an den Betroffenen. Zudem stellt sich oft ein Vermeidungsverhalten hinsichtlich eventueller Auslöser einer Migräne ein, Aktivitäten, die eigentlich Freude bereiten, werden aus Angst vor einem erneuten Migräneanfall unterlassen. Die Lebensfreude geht in Verlust, hinzu kommen Sorgen und Ängste, wie sich die häufige Migräne auf die sozialen Kontakte und den Beruf auswirkt.

Dadurch entstehen oft Fragen, was zusätzlich zu den bereits entwickelten Bewältigungsstrategien veranlasst werden kann, wieso ständig heftige Anfälle trotz Vermeidungsverhalten auftreten, wie es zu schaffen ist, sich mit der Migräne zu arrangieren, ohne den Verlust der Lebensfreude, ja, und ob es doch noch einen anderen Migräneauslöser gibt, der als solcher gar nicht erkannt wird. Evtl. kann nach Strategien gesucht werden, die Migräne in der Dauer und/oder der Intensität zu reduzieren.

Am Anfang, sich der Migräne anzunähern, steht oft das Führen eines Migräne-Tagebuches. Wann trat die Migräne auf (Tag, Uhrzeit, evtl. Zeitabstand zur vorherigen Episose)? Und: Gab es in diesem Zusammenhang ein besonderes Ereignis, das stattgefunden hat? Beispiele: Ernährungsgewohnheiten, Stresssituationen (evtl. wiederkehrend?). Vielleicht ist so schon ein Trigger erkennbar.

Von der mentalen Seite her kann mit Gespräch und/oder systemischen Verfahren sich dem Thema angenähert werden. Auslöser auszumachen, diesen entgegenzutreten, ein Verfahren zu entwickeln, um die Anzahl der Migräneattacken zu reduzieren, das alles ist Ziel meiner Arbeit mit Ihnen.